Werden mich die Ärzte und Ärztinnen nicht mehr behandeln und nicht alles tun, um mein Leben zu retten, wenn ich einer Organspende zustimme?
Nein, das stimmt nicht. Die medizinische Betreuung hat für Ärzte und Ärztinnen sowie für das Pflegepersonal immer oberste Priorität – unabhängig davon, wie man zur Organspende steht. Erst wenn alle medizinischen Maßnahmen nicht mehr wirksam sind und der Tod eintritt, kann über eine Organentnahme nachgedacht werden. Es gibt also keine unterschiedlichen Behandlungswege je nach persönlicher Einstellung zur Organspende.
Ist es möglich, nach dem Hirntod wieder aufzuwachen?
Nein, das ist unmöglich. Der Hirntod ist ein klar definierter klinischer Zustand und völlig anders als beispielsweise ein Koma. Beim Hirntod kommt es zum vollständigen und irreversiblen Ausfall sämtlicher Hirnfunktionen. Die Person atmet nicht mehr selbstständig, ist ohne Bewusstsein, kann keine Körperfunktionen wie Temperatur oder Blutdruck mehr regulieren – und ist nicht mehr wiederzubeleben.
Kann ich meine Organe nur an meine Angehörigen spenden?
Nein, wenn man seinen Willen zur Organspende erklärt, ist es nicht möglich, bestimmte Empfänger oder Empfängerinnen zu benennen, denen die gespendeten Organe oder Gewebe nach dem Tod zukommen sollen. Die Eignung zur Transplantation wird immer von den Ärzten und Ärztinnen anhand präziser Untersuchungen beurteilt. Die Organspende ist immer anonym, freiwillig, unentgeltlich und bewusst.
Was ist das Nationale Transplantationszentrum?
Das Nationale Transplantationszentrum (Centro Nazionale Trapianti – CNT) ist die technisch-wissenschaftliche Einrichtung, die für die Koordinierung des Nationalen Transplantationsnetzwerks zuständig ist. Dieses Netzwerk steht dem Gesundheitsministerium, den Regionen und den Autonomen Provinzen Trient und Bozen zur Verfügung.
Die Autonome Provinz Bozen arbeitet zudem eng mit dem Eurotransplant-Netzwerk über die Universitätsklinik Innsbruck zusammen.
Für detaillierte Informationen können Sie sich per E-Mail an infocnt@iss.it, cpt@sabes.it oder persönlich an den Südtiroler Sanitätsbetrieb wenden.